web.de und die Cyber-SA -2-

Margret Chatwin schreibt in ihrem Artikel zur Cyber-SA:

"Sehr breiten Raum nimmt auch die Behauptung einer Einschränkung der Meinungsfreiheit für "Patrioten" insbesondere durch den Volksverhetzungsparagraphen ein. Mit dieser Kampagne soll vor allem der demokratische Verfassungsstaat verleumdet werden."

Um nun wieder auf meinen kleinen Liebling, das web.de-Forum, zu kommen: Es gibt dort kontinuierlich Beschwerden, dass die Forenaufsicht angeblich eine Meinungsdiktatur eingerichtet hat und missliebige Beiträge einfach so löscht. Diese kann man an folgendem Diskussionsthema sehen, das von einem User eingerichtet wurde:

Es gibt dort also angeblich keine Meinungsfreiheit und die User werden unterdrückt. Interessant auch, dass als Beispielthemen "Ausländer", "Asylanten" und "Juden" genannt werden, also genau die Lieblingsobjekte der Rechtsradikalen.

Ich bin der Letzte, der die zu oft untätige Forenaufsicht in Schutz nehmen würde - diktatorische Tendenzen kann ich beim besten Willen aber nicht erkennen. Natürlich muss die Aufsicht dafür sorgen, dass es einen mehr oder weniger zivilisierten Meinungsaustausch gibt. Nun gut... Bei web.de ist das ein hoffnungsloses Unterfangen, da dort zu viele Provokateure oder schlichtweg herumprollende Dummköpfe herumlaufen, aber immerhin gibt es Forenregeln, die besagen:

"In den Foren soll eine für die Allgemeinheit interessante und rechtskonforme Diskussion stattfinden. Ausdrücklich verboten sind unter anderem:
  • Rassismus und Gewaltpropaganda
  • Aufruf zu Straftaten
  • Diskriminierende oder menschenverachtende Äußerungen
  • Verletzungen des Persönlichkeitsrechts und der Anonymität Dritter
  • Werbung in jeder Art oder Spam
  • Links zu externen Webseiten, die gegen die Forenregeln verstoßen oder deren Inhalt rechtlich bedenklich ist

Die Moderatoren und Administratoren werden Beiträge die gegen die Forenregeln verstoßen, sofort nach Kenntnisnahme löschen. Weiterhin muss der Verursacher mit einem Forenbann sowie gegebenenfalls mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen."

Es wäre schön, wenn die Forenaufsicht immer und überall die gleiche Härte und Konsequenz anwenden würde. Meinungsaustausch - ja bitte. Aber Beleidigungen und Hetze - nein danke.

Ich erinnere mich noch an den User ZeckeSchall, dessen Username eine Verunglimpfung des Namens des schwarzen thüringer CDU-Politikers Zeca Schall war. Natürlich hat jener User sein Profil eingerichtet, als die NPD-Aktionen gegen Zeca Schall gerade durch die Medien liefen. Und was hat web.de-User ZeckeSchall von sich gegeben? Fast zu 100% rechtsradikale Propaganda, besetzt mit all den schönen Schlüsselwörtern wie "Systemparteien", "BRDDR", "Gutmenschen"; "Linksfaschisten". Nahezu jeder Beitrag hat sich mit NPD- /Neonazi-.Gedankengut gedeckt. Und wurde der User von der Forenaufsicht gesperrt...? Nein! Der eine oder andere Beitrag wurde gelöscht, aber der User durfte monatelang unbehelligt weiterposten. Da frage ich mich allerdings, wozu es bei web.de überhaupt eine Forenaufsicht gibt.

26.11.09 01:09

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